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Die Zarentochter

Rezension von: Roland Bathon
Mit den Jugendjahren der späteren Königin von Württemberg Olga Romanowa, Tochter des Zaren Nikolaus I., befasst sich der neue Roman der Bestseller-Autorin Petra Durst-Benning. Mit viel Romantik stehen im Zentrum des Geschehens vor allem die ausgehenden Teenagerjahre und die Gattensuche der damaligen Großfürstin.

Wie bei den meisten Werke von Durst-Benning handeln Titel und Werk von einem bewegenden Frauenschicksal. Olga Romanowa ist einfühlsamer und tiefgründiger als viele Höflinge ihrer Umgebung in Sankt Petersburg und mit der dekorativen Standardrolle einer Adeligen des 19. Jahrhunderts an sich unzufrieden. Insbesondere möchte sie sich sozial engagieren. Beginnend mit ihrem vierzehnten Lebensjahr tritt dennoch mehr und mehr die Suche nach einem passenden Gemahl ins Zentrum ihres Lebens und nach einer Jugendliebe und einer romantisch-tragischen Affäre tritt schließlich der Traumprinz ins Leben, mit dem am Ende die Hochzeitglocken läuten.

Die Autorin bietet in ihrem Werk alle Zutaten, die die meist weiblichen Leser von Frauen-Schicksalsromanen erwarten. Prunkvolles Leben, prächtige Gewänder und Petersburger Adelsintrigen, das ist der Stoff, aus dem Bestseller in diesem Genre nun einmal entstehen. Rivalinnen tauchen ebenso plangemäß auf wie Frauenfreundschaften und ritualunterstützter Schwesternzusammenhalt. Was den Roman von ähnlichen unterscheidet und wohl auch Frau Durst-Bennings Bücher erfolgreicher macht, als die von Genre-Konkurrentinnen, sind die glaubwürdigen Charakterzeichnungen mit viel Einfühlungsvermögen, die das Geschriebene und alle Protagonisten wahrhaft lebendig erscheinen lassen. Allen voran die Titelheldin Olga, die in der Tat in der Realität eine interessante Persönlichkeit war und als Königin von Württemberg zahlreiche caritative Einrichtungen geschaffen hat. Auch ansonsten hat die Autorin in der russischen Geschichte recherchiert und die historischen Protagonisten im Roman versucht, vom Charakter an historische überlieferungen anzupassen.

Die Zarentochter ist keine Biographie und nicht wirklich ein biographischer Roman. Nur die Zeit zwischen dem vierzehnten und dem vierundzwanzigsten Geburtstag der Großfürstin wird ausführlich geschildert, mit einem deutlichen Fokus auf das Liebesleben. Die Kindheit wird nur kurz umrissen und die späteren Jahre sind einer offensichtlich schon geplanten Fortsetzung vorbehalten. Dies ist für den unbedarften Leser eine kleine überraschung, denn äußerlich wird das Werk als abgeschlossener Roman präsentiert.

Die Handlung an sich ist jedoch in etwa so überraschungsgeladen, wie ein Sissi-Film oder eine Vorabend-Telenovela. Planmäßig tauchen aus dem Gewühl der Petersburger Adelsgesellschaft die ältere wohlmeinende Gesellschafterin, der strenge Vater, die beste Freundin, die intrigante Rivalin, die kurze Jugendliebe und viele andere übliche Protagonisten auf. Petersburg an sich bleibt weitgehend eine ferne Kulisse, russischen Eigenarten jenseits von Samowaren werden kaum erwähnt. Mit dem tragischen Tod einer wichtigen Nebenrolle, einem Kampf für einen "nicht standesgemäßen" Gatten oder der romantischen Entjungferung im Wald (Ursache: Durchnässte Kleidung) findet man fast nur Motive, die aus vielen anderen Werken schon hinlänglich bekannt sind. Wäre nicht der überzeugende Schreibstil der Autorin und ihre lebendigen Charaktere, hätte das Buch nicht viel zu bieten.

So ist es aber dann doch sehr unterhaltsam für alle Liebhaber von romantischen Adelsgeschichten. Insbesondere, wem "schwere" Romankost zu unverdaulich ist, wird an der Zarentochter seine Freude haben. Ein Buch für Interessierte an russischer Geschichte ist der Roman jedoch kaum, denn diese ist hier nur ein Bühnenbild für romantische Verwicklungen.

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Daten zum Buch: Petra Durst-Benning – Die Zarentochter, Ullstein-Buchverlag 2009, ISBN 978-3471350270

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