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Picknick am Wegesrand

Rezension von: Roland Bathon
Ein Meisterwerk der phantastischen Literatur Russlands, "Picknick am Wegesrand" von Arkadi und Boris Strugatzki, wurde soeben vom Suhrkamp-Verlag neu aufgelegt. Das Werk, das auch der Ursprung des Science Fiction Filmklassikers "Stalker" ist, handelt vom Leben an und in einer Zone, in der vor einigen Jahren eine außerirdische Landung stattgefunden hat und zahlreiche Naturgesetze nicht mehr zu gelten scheinen.

Harmont, einst eine verschlafene Provinzstadt, steht nach dem mutmaßlichen Aufenthalt einer außerirdischen Lebensform im Zentrum des Weltinteresses. Die Landungszone wird nach dem Besuch hermetisch abgeriegelt und internationale Forschungseinrichtungen lassen sich dort nieder. Die Zone selbst ist auf geheimnisvolle Art verändert, Naturgesetze außer Kraft gesetzt und geheimnisvolle Artefakte von den außerirdischen zurückgelassen worden. Die Hauptfigur des Romans Roderic Schuchart ist zu Beginn der Handlung Laborant bei einem internationalen Institut, das hier forschend tätig ist.

Wesentlich einträglicher ist jedoch sein illegaler Zweitjob als so genannter Schatzsucher. Er und seine "Kollegen" dringen heimlich immer wieder in die Zone ein, um sich dort Artefakte zu beschaffen, die auf dem Schwarzmarkt hohe bis astronomische Preise einbringen. Viele der Hinterlassenschaften sind von ungeheurem, wenn auch nicht gleich begreifbarem Nutzen, andere von tödlicher Gefährlichkeit. So verlieren zahlreiche der Schatzsucher bei ihren Streifzügen auf grausame Weise ihr Leben und trotz der fürstlichen Entlohnung nimmt ihre Zahl mehr und mehr ab. Doch auch die überlebenden und ihre Angehörigen verändert der Aufenthalt in der Zone für immer.

"Picknick am Wegesrand" ist eine fesselnde Erzählung rund um ein Mysterium, das mit jeder neuen Information noch geheimnisvoller erscheint als zuvor. Der Leser, erzählerisch hautnah am Geschehen rund um den Protagonisten Schuchart, beginnt sich so immer mehr nach einem Verständnis der Zusammenhänge zu sehnen, erkennt jedoch mit jedem Schritt vorwärts, wie unbegreiflich diese doch sind. So bleiben die außerirdischen Besucher, ihre Gestalt, Herkunft und ihre Motive, sogar ihre aktuelle Anwesenheit bis zum Ende im Dunkeln. Spekulationen, die verschiedene Protagonisten anstellen, wie der Deutungsversuch einen „Picknicks“ der Raumfahrer, der dem Roman seinen Namen gibt, verstärken diesen Effekt. Jede enthüllte Seltsamkeit wirkt wie ein Puzzleteil, das jedoch nur mehr und mehr die gigantischen Ausmaße des Puzzles erahnen lässt.

Selbst das Nachwort der polnischen Phantastik-Ikone Stanislaw Lem ("Solaris", "Der futurologische Kongress") beschäftigt sich zu einem guten Teil mit dessen Hypothese über die Geschehnisse in der Erzählung. Sie zeigt, dass die faszinierende Rätselhaftigkeit der Handlung auch an ihm nicht spurlos vorüber ging. Ebenso erging es wohl dem sowjetische Regisseur Tarkowski, der sich vom Buch zu seinem Film "Stalker" inspirieren ließ, der wiederum international zahlreichen Musikern als Vorlage für mystische Werke diente.

Trotz allen Anspruchs ist "Picknick am Wegesrand" übrigens auch einfach ein spannendes und actiongeladenes Buch, bei dem nicht, wie bei manch anderer "höherer" Literatur, der pure Unterhaltungswert durch komplexe Verwicklungen und Hintergründe auf der Stecke bleibt. Die Handlungsfiguren sind lebendig und realitätsnah, der Erzählstil unverschnörkelt und packend. So ist das neu aufgelegte Buch eine echte Empfehlung für jeden Freund von Phantastik- und Science-Fiction-Literatur, neben dem fast jedes Hollywood-Epos und mancher späterer futuristischer Erfolgsroman wie eine aufgeblasene Klamotte wirkt.

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Daten zum Buch: Arkadi und Boris Strugatzki – Picknick am Wegesrand; ISBN 978-3518371701, Suhrkamp-Verlag Frankfurt/Main 1981, Neuauflage Dezember 2009

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